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Kavaliershaus in Pietzpuhl

Die barocke Schlossanlage mit den beiden Kavaliershäusern als Kern der den Gutshof östlich und westlich begrenzenden Wirtschaftsgebäudelinien wurde am 18. April 1730 fertiggestellt. Erbauer ist der Halberstädter Domherr sowie Erb- und Gerichtsherr von Pietzpuhl, Stegelitz, Parchau und Madel, Werner von Wulffen (1691 - 1743). Die v. Wulffen gehören zum anhaltischen Uradel und sind in ihrem Stammsitz Wulfen bei Köthen mindestens seit dem 12. Jahrhndert nachweisbar.

Das westseitige Kavaliershaus misst 27,9 m in der Länge (mit 2. Treppenhaus im angrenzenden Gebäude 34 m), 16,3m in der Breite und 17 m in der Höhe. Die Geschosshöhe liegt bei rd. 4 m, die Dachhöhe bei knapp 9 m. Der vordere Teil ist auf ganzer Länge mit einem niedrigen Tonnengewölbe unterkellert. Im Erdgeschoss bilden Kreuzgratgewölbe die Decke, was zusammen mit anderen Details den Schluss zulässt, dass 1730 auf ein vorhandenes älteres Gebäude aufgebaut wurde. Aufzeichnungen existieren seit 1945 leider nicht mehr.
Baumaterial sind vor Ort gebrannte Backsteine und Feldsteine aus der Umgebung, die dem Mauerwerk eine lebendige Note verleihen.
Stil und Proportionen der äußerlich baugleichen Kavaliershäuser entsprechen dem Herrenhaus. Sie sind jedoch kleiner und schlichter gehalten. Im Mittelrisalit krönt das wulffensche Wappen die Eingangstür.

Das Kavaliershaus diente als Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Von ca. 1840 bis in die ersten Jahre nach dem zweiten Weltkrieg war es Alkoholbrennerei. Nach dem Krieg bewohnten es Vertriebene und Flüchtlinge. Später wurde es von der Landwirtschaft genutzt, um dann ganz leer zu stehen. Seit Anfang 2004 ist es Gemeindehaus und Kulturzentrum für Veranstaltungen mannigfaltiger Art , beherbergt ein Trauzimmer für die Verwaltungsgemeinschaft, Erlebnisgastronomie mit mittelalterlichen Tafelrunden, Versorgung von Feiern aller Art, Casanova -Abenden u.a..
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Kontakt:

Tel. 039222 3706 (Reinhold, Förderverein)
Tel. 039222 66686 (Gemeinde)
kavaliershaus@gmx.de